Ihr kennt das, oder? Ihr seid mit eurer Band auf der Suche nach einem neuen Gig. Euer Demomaterial ist komplett, die Pressetexte ebenso und auch sonst könnt ihr alles Wichtige vorweisen. Also nichts wie ran an die Tasten und einen coolen Live-Club anschreiben.

Was dann passiert, ist heute leider keine Seltenheit mehr. Die Mail, für die ihr euch so viel Mühe gegeben habt, verschwindet irgendwo im Datennirwana. Auf eine Antwort könnt ihr lange warten, oder besser gesagt wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso nicht kommen.

Das Problem ist bekannt und kann von den Bands kaum gelöst werden. Wir Musiker befinden uns heute in der Situation, dass es Abertausende guter Bands gibt, die alle in diesem einen Club spielen wollen. Wir Musiker wissen natürlich, dass ihr als Betreiber eines angesagten Clubs viel zu tun habt. Aber hey, so ganz ohne Kommunikation kann das Ganze nur nach hinten losgehen, oder? Vielleicht helfen ja die folgenden Tipps um es in der Zukunft ein wenig besser zu machen. Helfen würde es allen Beteiligten. Den Clubbetreibern, den Musikern und den Fans sowieso.

10 Gründe warum in deinem Club keine guten Bands mehr spielen

1.) Du antwortest nicht auf Anfragen

Neue Bands findest du nicht in alten Kontakten. Wenn du deinen Gästen also neue, gute Bands präsentieren willst, dann kannst du nicht darauf verzichten dir die Mails durchzulesen und ihre Musik anzuhören. Gib ihnen eine Chance!

2.) Werbung machst du nur sporadisch

Der Deal ist eigentlich klar. Die Musiker stellen das Werbematerial zur Verfügung und du als Clubbetreiber sorgst dafür, dass die Pressetexte in der Zeitung erscheinen und die Plakate hängen. Am besten rechtzeitig vorher. 🙂 Ein einfaches Posten der Facebook Veranstaltung reicht einfach nicht um deinen Club voll zu bekommen.

3.) Stage Rider sind für dich nicht wichtig

Eine professionelle Band wird dir auch einen Stage Rider mitliefern. Der ist durchaus wichtig für die Band um einen möglichst gelungenen Auftritt hin zu legen. Je besser diese umgesetzt werden umso größer ist die Chance auf eine richtig guten Show.

4.) Eine Packung Cracker ist für dich Verpflegung

Musiker erwarten kein 5-Gänge Menü. Sie sind im Allgemeinen mit sehr wenig zufrieden. Gib dir einfach nur ein bisschen mehr Mühe. Die Band wird es danken.

5.) Du bezahlst deine Putzfrau besser als die Band

Die Band betreibt einen hohen Aufwand um deinen Gästen und dir einen schönen Abend zu bescheren. Da wäre es doch nur fair, wenn die Musiker nicht auch noch drauflegen müssen, oder?

6.)  Verträge sind für dich nur ein Stück Papier

Sobald eine Band einen Vertrag mit dir macht, muss dieser auch eingehalten werden. Eigentlich selbstverständlich, doch oft genug passiert genau das Gegenteil.

7.) Du behandelst die Musiker wie Bittsteller

Je besser du die Musiker behandelst, umso besser wird ihre Leistung sein. Eine kurze Nachfrage hier und eine kleine Geste dort sorgt für einen harmonisches Gefühl. Das kostet nur ein wenig Aufmerksamkeit und kann vieles wieder auffangen.

8.) Die Planung beginnt bei dir am Auftrittsabend

Sind genügend Steckdosen vorhanden? Ist der Mischer rechtzeitig vor Ort? Ist jemand für die Kasse abgestellt? Alles Dinge die zu einer guten Planung gehören und weit vor dem Auftrittsabend erledigt sein sollten.

9.) Rückfragen beantwortest du grundsätzlich nicht

Manchmal gibt es doch eine Frage die zu klären ist. Nichts ist schlimmer als Unklarheiten vor dem eigentlichen Auftritt. Zumindest am Tag des Gigs solltest du erreichbar sein.

10.) Kommunikation ist für dich ein Fremdwort

Wer nicht fragt bekommt auch keine Antworten. Miteinander reden war schon immer sehr hilfreich. Das gilt auch bei Bands und dem Veranstalter.

10 Gründe warum in deinem Club keine guten Bands mehr spielen

Das war es dann auch schon. Ich hoffe ich war nicht zu direkt mit meinen Wünschen an die Veranstalter. Habt ihr eigentlich ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn ja, dann nichts wie her mit euren Kommentaren. Ich bin gespannt!. .-)

 

Rock on…

 

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11 thoughts on “10 Gründe warum in deinem Club keine guten Bands mehr spielen

  1. Im Ernst, so was kann nur einer schreiben der als Musiker derart schlecht ist, dass ihn keiner will. Sonst hätte derjenige mit wichtigen Clubs Berührung gehabt und wüsste woran das liegt. Warum zur Hölle sollte irgendjemand einer Band Geld geben oder sie einladen und die ganzen Kosten plus Gage tragen, wenn kein Schwanz zum Konzert kommt? Was soll das denn geben? Ein Gigsozialamt?

    Natürlich wird dann an der Band gespart – die Bands sind der Grund warum Leute kommen, nicht die Werbung. Das werde ich nie begreifen, wie Bands im Ernst erzählen können – zu wenig Flyer. Die kosten auch Geld und wenn die Band keine Leute zieht, dann ist dieses Werbegeld auch weg, nicht nur die Gage und die Produktionskosten. Bei 90% der Bands ist es einfach so, dass selbst an einem Samstag bei 10.000 Euro Werbung kein Mensch kommt, einfach weil keiner Bock auf die Band hat.

    Das hier ist einfach nur populistischer Blödsinn, für Bands die sich ausheulen müssen über die große, böse Welt.

    Jede Aussage ist absolute Grütze und für sich selber völlig unsinnig, weil sie außer Acht lässt woran das denn liegt, dass es so ist.

    Ein Abend im kommerziellen Club kostet mit Personal immer zwischen 800-3000 Euro… warum zur Hölle soll man jemandem antworten, der nicht nur Zeit, sondern auch einen Haufen Geld kostet? Mach davon 4-5 Abende im Monat und du bist nach ein paar Monaten insolvent. Und warum? Weil du ein paar weltfremden Mukkern einen Gefallen tun wolltest.
    Natürlich seid ihr alle Bittsteller, weil ihr Geld kostet – bringt eine Band mehr Geld als sie kostet, dann sind die Veranstalter Bittsteller – ganz einfache Rechnung. Man kann nur etwas fordern, wenn man einen entsprechenden Wert darstellt, oder zurückgeben kann. Das ist wie einer der rumheult das er doch bitte ernst genommen werden möchte und sich dadurch noch mehr zum Gespött macht. „Ich bin aber ganz toll – los nimm mich jetzt ernst“ – „Ne du geht nicht“ – „Ich bin so verletzt siehst du das nicht? Los jetzt nimm das Ernst und behandel mich wie einen Menschen“ – „NE ECHT NICHT, du bist OK aber ich mach nur Schulden wegen Dir. „Du bist zu ein hässlicher Mensch, wie kann man so gemein sein und keine Schulden für mich machen wollen? Meine Musik allein ist ein Wert! Das muss reichen! Du Unmensch!!!“ usw usf…..

    Immer diese Musiker die meinen ihre Verletztheit über die böse Welt in ideologisch aufgepumpten und moralisch korrekten Mist verbrämen zu müssen. Schenkst du irgendeinem einfach jeden Monat 800 Euro, nur damit es ihm gut geht? Und das sogar 4-5 mal am Stück? Es ist nämlich nicht nur die Gage, es sind die gesamten Produktionskosten. Wenn du wegen fehlender Aufmerksamkeit Depressionen schiebst leg die Gitarre weg und geh wandern, aber komm mal klar.

    1. So ein Quatsch kann nur von jemandem kommen der nie ernsthaft live gespielt hat. Und mit „ernsthaft“ meine ich NICHT, ein paar Mal mit ner Gitarre in Tante Emmas Eckkneipe den Hut rumgehen zu lassen.
      Ich mache seit 10 Jahren Live-Musik, spiele in einer europaweit agierenden Band und booke unsere Touren teilweise selbst. Und es ist nunmal so dass jedes Potential, das du mitbringst, nichts bringt, wenn der Veranstalter oder die Halle dich torpedieren. Ich habe Veranstalter erlebt, die aus dem nichts eine Halle in der Tschechei mit uns vollbekommen haben, obwohl wir niemals zuvor in dem Land gespielt haben. Auf der selben Tour haben wir zwei Tage zuvor vor 5 zahlenden Gästen gespielt. Liegt das jetzt an uns? Der eine Promoter hat sich reingehängt, der andere hats kaum geschafft nen Plakat aufzuhängen.
      Ich habe schon alles erlebt – Veranstalter, die uns vertraglich vereinbartes Catering vorenthalten wollten, Veranstalter, die vergessen haben, eine PA zu buchen, Veranstalter, denen wir 30 Poster geschickt haben um sie dann am Konzerttag im Lagerraum des Clubs wiederzufinden.

      Nein, wir sind nicht Iron Maiden, aber selbst mit mittelgroßen und sogar kleineren Bands kann man ordentliche Konzerte aufziehen, die kostendeckend sind und sogar ein wenig daran verdienen, wenn man seinen Job einfach richtig macht. Wer das nicht kann oder will hat seinenJob verfehlt und sollte dir Kapazitäten für Leute frei machen, die es drauf haben, davon gibt es genug. Aber sowas lernt man eben nur, wenn man die Straße auch mal aus einem Tourvan heraus gesehen hat, du Meckerliese.

      1. Prag war ja auch die Show die überhaupt nicht funktioniert hat 😉 waren beide in Tschechien, direkt hintereinander. Ich weiß durchaus dass es übersättigte Städte gibt (*hust* Hamburg *hust*), aber auch da kann man sich langsam aufbauen. Geht halt nicht von heute auf morgen. Der Club in Prag hat uns nunmal wie Durchlauf behandelt (das heißt, überhaupt keine Werbung), der Typ in der anderen Stadt (boah, frag mich nicht nach dem Namen) hat sich einen dermaßen guten Ruf aufgebaut dass er wahrscheinlich alles buchen könnte und die Leute würden kommen. Ich zumindest hatte auf dem Konzert nicht das Gefühl, dass uns allzu viele Leute schon vorher gekannt haben. In Belgien hat uns ein Veranstalter tatsächlich nach unserem Bandnamen gefragt mit dem Kommentar, es würden ja so viele verschiedene Bands kommen, er wüsste selbst nicht so recht was gerade abgeht. Rate mal wie gut DAS Konzert besucht war.
        Ich weiß dass Konzerte im Osten anders nachgefragt werden. Ich weiß aber auch dass man Bands, die fast schon Gelddrucklizenzen sind, vollkommen verfeuern kann, und dass man mit einem eigentlich nichtssagenden Line-Up einen mittelgroßen Club vollbekommen kann. Und das hängt nicht davon ab wie viel Geld man reinsteckt (sage ich vor allem als jemand der keins hat) sondern davon wie viel Zeit und Arbeit man investiert und wie fokussiert Zeit, Arbeit und Geld einsetzt.

        Ich bin ja ein Fan der „tus-oder-lass-es“-Attitüde – wer der Meinung ist, meine Band zieht nicht, soll mich nicht buchen. Das ist okay, mit einem „Nein“ komme ich klar. Mit einem „deine Band ist scheiße“ übrigens auch. Aber wer einen Vertrag unterschreibt der hält sich dran und fängt nicht an am falschen Ende zu sparen. Hobby oder nicht, da ist es egal wer Bittsteller ist und wer nicht.
        Ich erinnere mich an ein Konzert, bei dem unsere fast 200 Konzertbesucher um Punkt 23 Uhr aus dem Saal gekehrt wurden, damit um Punkt Mitternacht eine Technoparty starten konnte und knapp 10 Leute um 1 Uhr nachts an der Theke ne Cola schlürfen durften. An einem Samstagabend, in einem Laden der selbst oft genug Metalpartys veranstaltet. Mir wars finanziell egal, wir hatten ja unser Geld mit dem Eintritt gemacht , aber die Opportunitätskosten für den Laden dürften an dem Abend im vierstelligen Bereich gelegen haben. Erklär mir also nicht dass Musiker wirtschaftlich untergebildete Idioten seien und die Halle rationale, gewinnmaximierende Funktionen trifft. Das ist lächerlich und wenn du so oft unterwegs warst wie du behauptest wirst du sicherlich genug eigene Anekdoten zu dem Thema haben 😉

        Und was „Im Ernst, so was kann nur einer schreiben der als Musiker derart schlecht ist, dass ihn keiner will.“ angeht… du glaubst garnicht wie oft wir uns anhören mussten (und müssen) wir wären: scheiße, langweilig, unoriginell, chaotisch, unnötig oder wahlweise auch einfach nur schlecht. Von Leuten, die heute immer noch selbstgerecht im Proberaum verschimmeln während wir Club um Club zerlegen. Ich glaube persönlich dass Erfolg – zumindest bis zu einer bestimmten Grenze, die wir sicherlich nie überschreiten werden – weniger mit Talent zu tun hat und mehr mit Persistenz. Wer schlecht ist, wird eben besser, so einfach ist das. Nightwish wurden ja anfangs auch als talentfrei und kommerziell unvermarktbar eingestuft, und guck wo die heute sind 😉 Ich glaube dass jemand, der aufgibt, nur weils ein paar Mal nicht rund läuft, ein verdammt langweiliges Leben führen wird.

  2. Ne Junge das schreibt einer der so viele Tourvans von innen gesehen hat das er keine mehr sehen kann und der 10 Jahre in Bands gespielt hat. Ich kann nicht nur nen Ton halten ich bring den auch auf der Bühne 😉 und zwar sehr gut. Ich bin selber Mukker und kann so einen Scheiss echt nicht mehr hören. Da schämt man sich selber mal Musiker gewesen zu sein.
    Und der Vergleich mit Tschechien hinkt wie Sau:

    1. Wann war das?
    2. Welcher Tag?
    3. Im Osten werden Konzerte völlig anders nachgefragt
    4. Bei uns funktioniert das nicht wie in Tschechien und das weißt du auch.
    Hier im Westen ist der Markt derart übersättigt, die Leute gehen nicht auf Shows wegen Werbung. Du kannst eine Band in Bratislava hinstellen und es geht richtig ab, 3 Tage später stehen 5 Mann in Frankfurt und warum? Weil die Leute hier anders ticken und deshalb keiner kommt. Keiner geht zu einer Unbekannten Band wegen Werbung. Da kannst du noch so sehr über Werbung meckern, es stimmt einfach nicht. Man kann mit 500 Euro Werbung eine Show in Tschechien fett machen und bei uns 10000 an Werbung versenken aber nichts passiert, also warum die Mühe wenn man es schon weiß? Je nach Ort kanns das sogar mit fetten Acts passieren, da fallen mir direkt Hatesphere oder Ektomorf ein (noch zu Hochzeiten!)
    Ist einfach so. Komm einfach drauf klar, es ist Marktwirtschaft und wenn die Leute nicht wollen, dann kommt auch keiner. Und wenn es zu wenige sind, dann gibts halt kein Catering. Es ist einfach ein teures Hobby, mehr nicht – den einen Döner mehr wird ein Mukker schon vertragen, macht bei dem Massenkonsum auch keinen Unterschied mehr.

  3. Und ja ich weiß das Bratislava in der Slowakei liegt und das Shows in Prag auch durch sind zur Zeit. Also komm mir jetzt bitte nicht damit 😀

    Ich kann dieses Geplärre nicht mehr Ernst nehmen. Alle Musiker suchen sich exakt dieses unsichere Leben aus und es ist nicht die Schuld der Veranstalter das es so ist. Die Leiden genauso darunter wie die Musiker, deshalb sind solche polemischen dummen Texte einfach nur albern.

  4. Ich lösch auch gerne Kommentare von anderen 😉

    Genieß einfach dein Mukkerleben und nimm es wie es ist. Frei aber arm wie ne Kirchenmaus – so wie die Veranstalter, es liegt an der Musik an nichts anderem. Kann man mögen, muss man aber nicht und die wenigsten Veranstalter machen das weil sie Assis sind, sondern weil sie selber nur mit Ach und Krach überleben können. Sei froh das du überhaupt Konzerte spielen kannst und sich Leute die Mühe machen.

    1. Hö? Habe ich irgendwas gelöscht? Kann ich das überhaupt?

      Sorry, aber ich sehe das eben anders. Erstmal bin ich nicht per se arm und lebe nicht per se ein „Muckerleben“ – ich habe einen Job (wenn auch nur Teilzeit), studiere und mache Musik in meiner Freizeit (stecke aber eben den absoluten Großteil ebendieser in dieses Hobby, dafür gucke ich eben kein Fernsehen und war noch nie „richtig“ im Urlaub – aber das ist schon okay so, ich könnte wahrscheinlich nicht irgendwo am Strand liegen ohne mir Gedanken darüber zu machen wie viel Bandkrams ich in der Zeit hätte erledigen können). Demnach bin ich auch nicht frei. Und ganz sicher werde ich es nicht nehmen wie es ist. Würde ich das tun würde ich wahrscheinlich immer noch angesoffen in einem schimmligen Proberaum vor mich hervegetieren.
      Die schlechten Veranstalter machen es nicht weil sie Assis sind sondern OBWOHL sie Assis sind – oder unerfahren, oder einfach uninteressiert an dir (weil sie deine kleine obskure Combo zwischen das Insomnium- und das Exodus-Konzert quetschen müssen, an denen sie ebenfalls mitarbeiten und es ist eindeutig wo mehr Kohle zu machen ist), oder einfach dumm. Wie gesagt, ich bin der Meinung dass „Nein“ ein legitimes Wort ist wenn man der Meinung ist, dass man mit einer Band unter den gegebenen Umständen nicht zusammenarbeiten kann. Wir nehmen ja auch nicht jeden Gig an den man uns vorwirft. Aber wenn jemand der Meinung ist, eine Band buchen zu müssen, dann soll er es richtig machen. Ganz oder gar nicht. Ausserdem, wie gesagt, basiert viel von dem was falsch läuft eben nicht auf bösem Willen sondern auf schierer mangelnder Empathie oder eben auf Unfähigkeit.
      Und ich bin nicht „froh“ dass ich Konzerte spielen darf. Ich arbeite hart dafür dass unser Booking läuft und wenige Dinge sind so hart wie vollkommen ohne jegliche Unterstützung durch Agenturen und fast komplett mittellos eine Europatour buchen zu wollen. Wenn ich „froh“ wäre würde es klingen als würde irgendeine höhere Macht festlegen dass wir jetzt auf Tour gehen, und da geht mein Ego gegen – und die Erinnerung an all die Stunden, die ich damit zugebracht habe Kontakte zusammenzutragen, mit Clubs und Veranstaltern zu verhandeln, Routen zu berechnen, die Promotion loszubrechen und all die kleinen Fäden irgendwie zusammenzuführen. Würde das auf puren Zufall hinauslaufen hätte ich die letzten 8 Monate auch masturbierend im Bett verbringen können, aber so läuft das einfach nicht.

  5. Na wusste ich es doch – es geht gegen dein Ego. Hier geht es wie immer bei Musikern nicht um Rationalität sondern um gekränkte Gefühle.

    Ich bin als Musiker auch bestohlen, belogen, schlecht untergebracht worden…. und weißt du was? Wenn man als Band das Geld nicht reinbringt für die Veranstalter, dann hat man das einfach so zu nehmen wie es ist und auch die Ursache zu verstehen. Dann macht man sich einen lustigen Abend draus und fertig.

    Keiner will meine Band und deshalb Spiele ich scheiss Konzerte und muss selber ackern um überhaupt auf die Bühne zu kommen.
    Qualität spielt in der Musikbranche überhaupt keine Rolle, Trends erzeugen Nachfrage und hat man die nicht ist man im Arsch. Ich würde Dir nicht mal Ansatzweise glauben, dass du selber auf jedes Undergroundkonzert gehst um Bands zu unterstützen und Flyer landen sicher auch mal schnell im Müll bei Dir. Wie man dann ernsthaft sagen kann: Böse Veranstalter usw??? Das geht nicht in meinen Kopf. Die Musikbranche ist halt so und die Musiker tragen einen sehr großen Teil dazu bei…. machen dann aber solche behämmerten Posts oder VA Blacklists um ihre verletzten EGOs zu streicheln, weil sie keinen Erfolg haben, aber dann geschäftlich denken geht auch nicht, weil man sich ja dann verkauft. Da bleibt man doch lieber als aufrechter Mukker leidend am Kreuz hängen das man sich selbst gezimmert hat. Wenn du so viele Jahre dabei bist, dann weißt du ganz genau, dass bei einer Unbekannten Band von außerhalb nur lokale Supports helfen. Schauen die Leute den Headliner dann an? Nein. Machen lokale Bands das gerne und unentgeltlich? Nein.
    Ich könnte die Liste noch ewig fortsetzen. Das völlig irre ist: Musiker reden immer von Szene und Support, macht das einer? Nein. Warum? Weil man nur viel Touren kann auf die Weise, wenn man andere Bands übervorteilt. Musiker meinen mit Support immer sich selber, für andere gibt man nicht einmal nem Drumstick raus ohne Gezeter.

    Das ist Fakt und ich kann mir besseres vorstellen als mich dem freiwillig auszusetzen und dann noch zu meckern wie ungerecht das alles ist. Das hat einfach kein Eier weil man sich das Problem selber ausgesucht hat. Es ist einfach nicht geil wenn man sich selber in eine Situation bringt und dann immer meint das andere daran Schuld sind, die mit einem im gleichen Problem hängen. Mach was anderes als Musiker und Tourleben und du hast das Problem nicht mehr. Das Musikerleben ist zu 90% so, es sei denn du heißer Hatebreed, Metallica oder Santana

    Ich setz mich auch nicht in die Wüste und ruf dauernd bei der UNO an das es da zu wenig regnet….
    Das EGO steht nur im Weg um das zu Erkennen.

  6. Und alleine die Aussage von fehlender Empathie, bei Insomnium mehr Geld….
    Alter die Typen Leben davon, natürlich investieren die mehr Mühe in ein Konzert was mehr Risiko bedeutet, aber auch potentiell mehr abwirft. Ich finde es viel asozialer zu verlangen das einer seine Zeit und Geld opfert für mich, was dazu auch noch heißt, das derjenige das große Konzert auch nicht planen kann, weil er zuviel Zeit und Geld in unrentable Shows stecken soll. Nur damit ich hier ein popliges Konzert Spiele, was in 2 Wochen keinen mehr interessiert. Du gehst den Leuten nur auf die Eier, kostest Zeit Geld und Nerven, willst dafür auch noch Empathie, obwohl es an deiner Band liegt das keiner kommt?? Das ist ein Selbstverständnis als Musiker bei dem sich mir die Nackenhaare aufstellen. Genau was ich meinte – Hauptsache ich. Und es geht hier auch nicht um Orga, es geht nur ums Musikerego. Bei solchen EGOs ist es kein Wunder das ihr alle solche Film schiebt und ich bin froh das bei mir erkannt zu haben. Echt keinen Bock mehr drauf und ernst nehmen kann ich es auch nicht mehr. Mitdreissiger oder Vierziger die immer noch nicht verstehen warum es Ihnen schlecht geht und einen Sündenbock suchen, mehr ist das nicht. Hatte ich auch auf dem Schirm das Verhalten und ich weiß mittlerweile – stimmt nicht ich habe mir das ausgesucht.

  7. Na Leute, ich habe jetzt eine ganze Weile mitgelesen und kann inzwischen dann doch nicht mehr an mich halten.

    Klar gibt es Mugger, deren Ego nur so strotzt und die sich mächtig selbst überschätzen, die eben wider eigenen Erwartens niemals auf Welttournee gehen werden und daher den Rest ihres Lebens leiden werden.
    Und genauso gibt es Veranstalter, die sich echt ranzig benehmen – einfach weil sie planlos sind und kein Benehmen haben, nicht weil sie genervt wären von unprofessionellen Bands.

    Trotzdem geziemt es sich in meinen Augen für niemanden, sich besser und klüger als der jeweils andere zu fühlen und zu meinen, dass nur der eigene Standpunkt der richtige ist. Angeregte Diskussion finde ich super, noch besser finde ich sie, wenn man nicht meint, die Weisheit alleine mit Löffeln gefressen zu haben und beweisen zu müssen, dass man den längeren hat.

    Ich habe den Artikel so gelesen, dass hier – zugegebenermassen ein wenig provokant, aber nicht zu sehr – mal die Punkte zusamengefasst werden, die einer Band so widerfahren können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass da sicher auch andere Perspektiven zukünftig auf diesem Portal beleuchtet werden…. Vielleicht werden ja beim nächsten Artikel die Bands ins Visier genommen mit einer Auflistung, was die so alles besser machen könnten?
    Eins steht auf jeden Fall fest, reichlich Zuspruch hat der Autor durch diesen Artikel erreicht 🙂

  8. Hi @all, das amüsiert mich jetzt doch sehr. Ich hab mich aus Sicherheitsgründen wegen der Familie für’s Hobby-Mukker-Dasein entschieden und geniesse es, mache weiter meinen full-time-Tekki-Job und staune immer wieder wieviel Energie Profi-Musiker in ihre Arbeit stecken. Die machen zu einem so hohen Prozentsatz völlig andere Dinge wie Aufnahme- und Abmischtechniken zu lernen und optimieren für ihren Sound, Infrastruktur für Aufnahmen und Gigs organisieren und oft selbst bedienen, ständig auf Achse und ich wundere mich bei vielen Drummern und Gitarristen woher die die Zeit nehmen so gut spielen zu üben, quasi nebenher – was sie ursprünglich doch sollten um live und auf Konserve gut zu sein.
    Es ist wirklich erstaunlich wie Musiker die Tipps ernst nehmen und reflektieren über solche Beiträge, die als Musiker-Tipps gedacht sind.
    Jetzt wagt es mal jemand Veranstalter-Tipps zu schreiben und schon findet sich ein Profi aus dem Veranstalter-Lager genötigt in höchsten Tönen zu wettern um die message umzudrehen ! Wow. Hut ab vor soviel Professionalität !

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