Der erste Teil dieser kleinen Artikelserie ist ja schon mal sehr gut angekommen und wurde heiß diskutiert. Mit so vielen Reaktionen hatte ich dann allerdings auch nicht gerechnet, obwohl es längst überfällig war das Thema einmal anzufassen.

Nun bleibt mir kaum eine andere Wahl als den zweiten Teil, oder besser gesagt das Gegenstück dazu zu veröffentlichen. Denn eins ist ja wohl ganz klar. Die Musiker machen mindestens genauso viele Fehler. Wer heute als Band neue Auftritte sucht, die im besten Falle noch bezahlt werden, der muss schon einiges leisten. Bevor ich in den folgenden Artikeln also auf das Marketing für Musiker eingehe, kommen hier erst einmal die 10 schlimmsten Fehler bei Bewerbungen an die Live Clubs.

  1. Eine Homepage ist für dich überflüssig
  2. Stage Rider ist für dich der Name eines Western
  3. Du sprichst jeden in der Mail mit „Hallo Club xyz“ an
  4. In der Bewerbungsmail sieht jeder die anderen Mailadressen
  5. Pressetexte soll sich der Clubbetreiber doch selbst raussuchen
  6. Deine Bandfotos strotzen nur so vor Langeweile
  7. Ein Video deiner Live Performance gibt´s nur offline
  8. Auftrittstermine musst du immer erst mit deiner Band klären
  9. Rechtschreibung wird deiner Meinung nach völlig überbewertet
  10. Du glaubst tatsächlich, dass man auf deine Band gewartet hat

10 Gründe warum du mit deiner band keine guten Gigs bekommst

Das sind jetzt mal 10 Beispiele der einfachsten Fehler die Bands bei ihren Bewerbungen machen. Ich könnte das sicherlich noch um weitere 20 Punkte ergänzen, aber darauf gehe ich dann doch lieber in den Folgeartikeln genauer ein. Diese beiden ersten Artikel sollten in erster Linie aufrütteln und zur Diskussion anregen, was sie bisher schon reichlich getan haben. Ich selbst bin genauso wenig fehlerfrei wie jeder andere auch. Ich habe viele dieser Fehler selbst begangen und mache heute sicherlich auch noch weiter fröhlich welche.

Nun bin ich aber auf euer Feedback gespannt. Welche Fehler habe ich denn eurer Meinung nach vergessen in dieser Liste?

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5 thoughts on “10 Gründe warum du mit deiner Band keine guten Gigs bekommst

  1. also- grundsätzlich zu allererst : keins der bandmitglieder darf sich mit dem beschaffen von gigs befassen.
    entweder man macht musik- oder Geschäft. beides richtig professionell zu gestalten ist so gut wie unmöglich- weil: ein Musiker wird in der Geschäftswelt sehr oft nicht für voll genommen.es geht nichts über professionelles Management.die machen keine Rechtschreibfehler und die sagen dir ganz klar- womit Erfolgsaussicht besteht und womit nicht.
    Wenn ich davon ausgehe, das die musikalische Leistung einer band schon super ist- dann heißt das noch Garnichts. Der Musikmarkt ist fest aufgeteilt- und wer da die Strippen zieht- und dafür sorgt das eine Band erfolgreich ist oder nicht- das bestimmen die Mitglieder einer guten Band ganz zuletzt… leider ist das so.. man braucht Beziehungen, denn wenn ich sehe was so am Start ist und richtig Geld verdient- da kann von musikalischer Qualität nicht die Rede sein.. aber man kennt ja diesen und jenen.. dann ist fast alles möglich.

    1. Na, da bin ich nicht so ganz bei dir. Das Booking kann durchaus von der Band erbracht werden. Teilweise sogar das Marketing dazu. Ich sehe oft genug Booker und Agenturen die so rein gar nichts vom digitalen Marketing verstehen.
      Meiner Meinung nach geht der Trend viel mehr zu Bands die alles selbst regeln und sich dafür die richtigen Leute ins Boot holen. Aber das ist dann auch wieder ein größeres Thema und wird in einem etwas größeren Artikel von mir behandelt.

  2. Also grundsätzlich als zweites, mac coogan. Ich kann diese Meinung auch nicht teilen, dass sich niemand aus der Band mit der Orga und administrativen Aufgaben befassen sollte.

    Ich bin Musiker in einer Band, die es erst seit Frühling 2014 gibt. Wir haben seitdem 21 Konzerte gespielt, die wir ohne Agentur organisiert haben. Das sind im Schnitt 2 pro Monat. Und wir kennen niemanden in der Szene.

    Nach unserem kurzen Bandbestehen von 3 Monaten und bereits 7 Auftritten haben wir im Sommer auf einem kleinen Festival gespielt, bei dem wir „entdeckt wurden“. Diese renommierte Agentur, die sich da für uns interessiert hat, war sehr beeindruckt von dem was wir auf der Bühne abliefern und hat uns dann natürlich einem „Background Check“ unterzogen. Sie haben sich unsere Profile angesehen (Social Media, die wir 100% selbst verwalten und visuell gestalten), PressKit, Rider, Bandgeschichte und Live-Historie, Songs, usw. und uns dann ca. einen Monat später eine email geschickt, in der sie wissen wollte, wie unser Team aufgestellt ist und wie wir arbeiten. Die Antwort darauf war kurz und knapp: es gibt keins. Nur die Band und Freunde, die genauso viel potential in der Sache sehen. (Beispielsweise einen befreundeten Fotografen, der uns sein Studio zur Verfügung gestellt hat, Freunde die bei Auftritten auch gern das zweite Auto fahren und Equipment schleppen – Stichwort: Networking)

    Nur weil es kein Management gibt, muss es nicht heißen, dass man es nicht gut macht. Lies deinen Promo-Text einfach zwei mal und kauf dir nen Duden, dann machst du keine Rechtschreibfehler, genau wie das professionelle Management. Frag dich selbst, ob sich deine Band irgendwie abhebt. DU als Musiker weißt, ob dein Sänger ne besondere Stimme hat, ob dein Song dir selbst Gänsehaut bringt wenn du ihn spielst. Hör hin, wie dein Publikum reagiert und was du nach der Show von Fremden (!) für Feedback bekommst. Das Management kann dir sicher sagen, was sich verkauft. Aber erst, wenn du überhaupt an dem Punkt bist, an dem man darüber nachdenken kann – wenn es etwas zu verkaufen gibt außer deinen mit dem iPod aufgenommenen Songs.

    NATÜRLICH MUSS sich die Band zu Beginn mit dem Arsch auf den Hosenboden setzen und alles nötige tun, um die Voraussetzungen für Auftritte zu schaffen. Dazu zählen genau diese Punkte, die hier oben aufgeführt sind und sogar noch mehr. Bandname, Image(!), Fotos, Songs, Presskit, Rider, Bewerbungen, Vorstellungen zur eigenen Bühnenshow und -performance (natürlich im Rahmen des für die Größe und den Veranstalter machbaren), Organistation von Autos, Spritkosten, Merchandise, Zeitpläne, Absprachen zur Backline….das alles sind doch Dinge, die du als Band erst mal durchmachen musst, damit es dann jemanden geben kann, der es übernimmt und optimiert.

    Wenn eine Band am Anfang nicht versteht, dass es eben NICHT heißt Musiker zu sein, wenn man sich 2 mal die Woche zum Bier trinken im Proberaum trifft, dann sollte sie nicht hoffen den großen Schuss zu landen. Musiker sein und Konzerte spielen ist (wie du weißt) ne scheiss Arbeit – Fulltime Job um es mal klar auszudrücken. Und wer den nicht am Anfang selbst macht, wird nachher nur die Hände vorm Kopf zusammenschlagen, wenn dann das große Business losgeht.

    Für uns war die Ausgangssituation schon sehr gut:
    Musikalisch das gleiche Ziel, jeder hat seine Fertigkeiten, mit denen er der Band helfen kann. Einer schreibt gut Texte und Ankündigungen, einer kann Fotografieren und kennt sich mit Design-Fragen aus, einer ist besonders gut im Promo machen und verbreiten, und so weiter. Die BAND ist der Manager. Egal um was es Anfangs geht. Es gibt einen, der die Zügel in die Hand nimmt und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es dann mit dem Musik schreiben trotzdem klappt.

    Und fehlender Respekt ist da das verkehrte Stichwort: im Gegenteil. Wir hätten als Band von den Kollegen aus dem Business nicht mehr Respekt ernten können – und zwar nur dadurch, dass wir nach so kurzer Zeit ein stimmiges und professionell wirkendes Team waren. Wir können nicht bestimmen, dass wir erfolgreich sind. Das macht die Industrie, wie du richtig sagtest. Aber wir können daran arbeiten uns Gehör zu verschaffen. Und wenn dein zukünftiger Manager dann sieht, dass du ihm eine Steilvorlage gibst, um dich weiterzubringen, dann hast du den Glücksgriff.

    Abschließende Worte zum Thema: Wer mit der Musik wirliches Geld verdient liefert keine musikalische Qualität ab:
    es gibt unzählige Bands, die ausgesprochen qualitative Musik machen und trotzdem (eher: gerade deswegen) Geld verdienen. Angefangen von richtigen Technikfreaks von The Dillinger Escape Plan (wenn Technik bei dir Qualität bedeutet, über The National (die mit musikalischer Reife überzeugen) bis hin zu Bombay Bicycle Club (die einen sehr eigenen und damit authentischen Stil haben). Sicher gibts da noch tausende Beispiele und dass diese Platitüde „Erfolg = keine Qualität“ nicht verallgemeinerbar ist, weißt du als Kenner selbst.

  3. Wenn eine Band, die ausserhalb ihrer Stadt nicht mehr als 200 Personen pro Konzert zieht, einen Manager findet, dann ist der entweder:
    1. total unseriös
    2. vollkommen unprofessionell
    Leider gibts keine Ausnahmen…

    1. Besagte Agentur und Manager füllen mit ihren Künstlern Konzerthallen. Mit einem kleinen Roster, bei dem sie sich intensiv um die Künstler und den Werdegang kümmern können.

      Also fügen wir ein 3. hinzu:
      Sieht Potenzial in der Sache und riskiert 2 Jahre Arbeit umsonst. Und das wird es nicht sein, wenn der Manager die Möglichkeiten ausschöpft und für sein eigenes Gehalt entsprechend arbeitet.

      Als erfolgreicher und professioneller Manager kannst du es dir doch umso mehr erlauben solche Dinge zu tun, wenn du die Verbindungen hast um noch mehr herauszuholen, als die Band dazu selbst schon in der Lage ist. Zwar verkaufst du dann keine 200 Venues allein aus, aber die Wege sind für eine junge Band sowieso anders (Festivals, Support Gigs,…), sodass du nie Angst haben musst, dass du eine Tour buchst die keiner besucht. Wenn ein Manager/Booker das nicht sieht, ist er nicht professionell. Seine Aufgabe ist es doch, eine Booking-Agentur und ein Label zu beschaffen, die diese Band dann irgendwann dahin bringen, dass sie 200 Leute zu Konzerten ziehen.

      Leider gibt es also doch Ausnahmen und die würde ich als professionell Bezeichnen. Musik ist Risiko – für alle beteiligten.

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